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Husumer Nachrichten vom 23. August 2007
von Sonja Wenzel
Rückendeckung für das Piano-Festival
Sponsoren und ein Förderverein halten die „Raritäten der Klaviermusik“ am Leben. Ohne sie ist das Piano-Festival nicht finanzierbar.
Auf dem Silbertablett werden noch bis Ende der Woche im Rittersaal des Schlosses vor Husum "Raritäten der Klaviermusik" serviert. Zum 21. Mal geht dieses exquisite Piano-Festival mit namhaften "Tasten-Künstlern" aus aller Welt über die Bühne. Doch es ist noch nicht allzu lange her, dass dem extra für die Konzerte herbeigeschafften, kostbaren Steinway-Flügel auf unabsehbare Zeit keine perlenden Läufe mehr entlockt worden wären: Die Finanzierung des Festivals stand auf tönernen Füßen. Die 9. Konzertreihe drohte, mitten in den Vorbereitungen aus Geldmangel zu kippen. Viele Husumer Bürger und Wirtschaftsunternehmen sprangen in die Bresche und retteten mit ihrer Spendenbereitschaft die Konzerte, die bereits über die Stadtgrenzen hinaus bekannt und beliebt geworden waren. Aus diesem lockeren Verbund der Sponsoren ist der Förderverein "Raritäten der Klaviermusik" hervorgegangen.
"Der Förderverein stellt die finanziellen Mittel bereit, um Pianisten von Rang und Namen zu gewinnen", erklärt Dr. Florian Vogel, seit fünf Jahren Vorsitzender des Vereins. Eine weitere Aufgabe sei es, die Konzerte weiter bekannt zu machen. Darüber hinaus sei ein "finanzielles Polster" überlebenswichtig – "ohne" funktioniere das Festival nicht.
Festival-Chef Peter Froundjian habe mit der ursprünglichen Konzert-Idee "den richtigen Riecher" gehabt: Er stieß überall auf offene Ohren, weil unter anderem ein „würdiger Rahmen mit tollem Ambiente" zur Verfügung gestanden habe, so Dr. Vogel. "Eine andere Spielstätte als das Schloss können wir uns nicht vorstellen." Auch viele Pianisten bevorzugen die gediegene, "private“ Atmosphäre des Rittersaales und kommen gerade deshalb gern wieder. Ohnehin gilt: "Es ist kein Programm, mit dem wir große Säle füllen könnten", auch wenn die Konzerte Musikfreunde aus aller Welt anlocken. "Klaviermusik ist vergleichsweise populär – viele Zeitgenossen spielen das Instrument und die entsprechende Literatur ist gewaltig." Mittlerweile erstreckt sich das Programm nicht mehr schwerpunktmäßig auf Musik des 19. Jahrhunderts. Auch neuere Werke – bis etwa 1950 – werden in den Rahmen eingepasst. Die Konzerte haben sich etabliert – etabliert haben sich auch die Interessenten an dieser Musikrichtung: "Die meisten sind in reiferem Alter." Sowohl jeder Förderbeitrag als auch jegliche Werbung für das Festival seien willkommen, doch da es sich um eine "exklusive Veranstaltungsreihe" handele, sei es sehr schwierig, neue Förderer hinzuzugewinnen, so Vogel.
In Nordfriesland, wenn nicht sogar in ganz Schleswig-Holstein ist dieses Festival einmalig – daher schmerzt es den Vereinsvorsitzenden besonders, wenn Fachleute die hochkarätige Veranstaltung links liegen lassen: "Sowohl der Norddeutsche Rundfunk als auch die Dozenten der Lübecker Musikhochschule haben sich, obgleich die Konzerte in Fachkreisen sehr wohl bekannt sind, noch nie hier blicken lassen."
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