Husumer Nachrichten vom 3. April 2007

von Jürgen Dietrich

Mehr als Beethoven und Brahms

„Raritäten der Klaviermusik“ im Husumer Barockschloss

Die Suche nach der "verlorenen Musik" geht auch in diesem Jahr weiter. Zum 21. Mal finden im Rittersaal des Husumer Barockschlosses die "Raritäten der Klaviermusik" statt. Acht Pianisten von Weltrang spielen vom 17. bis 25. August unbekannte Werke, bei denen die Konzert-Veranstalter meist dankend abwinken. Trotz seiner 21Jahre hat dieses Festival, wie sein künstlerischer Leiter Peter Froundjian feststellt, "aber nichts von seiner jugendlichen Frische und dem Charme der Anfangszeit verloren".

1754 Raritäten der Klaviermusik wurden in den zurückliegenden 20 Jahren im Rittersaal einem Publikum vorgestellt, für das Klaviermusik mehr bedeutet als Beethoven, Chopin und Brahms. Auch das diesjährige Programmheft weist bedeutende Werke aus. So spielt bereits am ersten Abend (18. August) der Pariser Pianist François-Joël Thiollier unter anderem das unbekannte, bisher nur als Manuskript vorliegende Frühwerk "La Parade" von Maurice Ravel. Ein anspruchsvolles Programm trägt am Sonntag (19. August) die Bachinterpretin Ekaterina Derzhavina (Moskau) vor. Der Engländer Mark Bebbington stellt am Montag zwei Komponisten der Spätromantik vor: William Yeates Hurlstone und Ivor Gurney.

Einen musikalischen Leckerbissen hält der japanische, in England lebende Pianist Hiroaki Takenouchi am Dienstag bereit: seine Klaviertranskription des Orchesterwerkes "Variationen über ein eigenes Werk op. 36" (Enigma Variationen) von Edward Elgar. Das letzte Klavierwerk von Jean Sibelius "5 Skizzen für Klavier op. 114" spielt Jonathan Powell (England) am Mittwoch. Ein selten gespieltes Werk von Robert Schumann, die "Sonate Nr. 3 f-Moll op. 14" hat Kolja Lessing u. a. in sein Programm (Donnerstag) aufgenommen. „Variationen über ein ukrainisches Volkslied op. 9“ von Malcolm Arnold trägt Evgeny Soifertis (Freitag) vor. Mit Liszt-Variationen über Beethovens "Allegretto aus der 7. Symphonie" und Werken von Schumann, Alkan und Sgambati beschließt am Sonnabend der Australier Piers Lane die diesjährige Konzertreihe.

An Stelle der gewohnten Matinee ist in diesem Jahr ein Sonderkonzert am Freitag (17.) mit Werken virtuoser Populärklaviermusik der 1920/1930er Jahre vorgesehen, gespielt und erläutert vom amerikanischen Pianisten Alex Hassan. Der Kartenvorverkauf hat bereits begonnen. Die Zahl der frei verkäuflichen Tickets ist begrenzt.

www.raritaeten-der-klaviermusik.de